ANNA KASSAUTZKI

mitglied des deutschen bundestages

Als ich aufgewachsen bin, waren für mich Frieden, Europa und Demokratie eine Selbstverständlichkeit. Ich bin in einer analogen Welt groß geworden, die nach und nach digitalisiert wurde. 

Diese Sicherheiten, die ich damals hatte, gibt es immer weniger. Immer wieder gibt es Anschläge von rechten Gruppierungen, Europa scheint unvereinbar zerstritten, Demokratiefeinde sitzen im Parlament und die gesellschaftliche Stimmung ist aufgeheizt. Unser Planet steht vor dem Kollaps, die Digitalisierung unserer Arbeit und unseres Lebens schreitet immer weiter (scheinbar planlos) fort und das Gefälle zwischen Stadt und Land wächst immer weiter. Wir stehen vor großen Entscheidungen, die unseren Weg für die Zukunft festlegen.

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, die obersten 10% unserer Gesellschaft halten 75,6% des Gesamtvermögens. Wenn wir unser Land voranbringen wollen, müssen wir diese oberen 10% stärker zur Kasse bitten und sie nicht hofieren. Die Verteilung des Vermögens zwischen Ost und West ist auch 30 Jahre nach der Wende noch bedenklich: zwei Drittel des Gesamtvermögens liegen immer noch in Westdeutschland. Kleine Unternehmen müssen berechtigterweise Steuern zahlen, große Konzerne wie Apple, Amazon und Co. jedoch kaum. Von gleichen Chancen kann hier kaum die Rede sein.

Lebenslauf

Geboren 1993 in Heidelberg. Aufgewachsen auf dem Dorf in Leusel bei Alsfeld im Vogelsbergkreis in Hessen. Abitur in Alsfeld, anschließend Studium der Staatswissenschaften in Passau in Bayern und angefangenes Masterstudium Politikwissenschaften in Greifswald. Arbeit vor der Abgeordnetentätigkeit für Christian Pegel und als Leiterin des Familienservice der Uni Greifswald.

Mit 13 politisch aktiv geworden – seit damals Mitglied der Antifaschistischen Bildungsinitiative e.V. (mit Bildung und ohne Gewalt gegen Nazis). Damals gab es sehr starke rechte Strukturen bei uns auf dem Land, die ich nicht unwidersprochen gewähren lassen wollte. 2010 – 2012 Vorsitzende des Kreisjugendparlaments des Vogelsbergkreises: Politische Mitsprache und der Einsatz für Menschen auf dem Land waren mir damals schon wichtig. Mit 20 Jahren in die SPD eingetreten. Probleme lösen wir nicht mit Druck – das habe ich schon früh gelernt – sondern mit Dialog, Austausch und gemeinsamer und transparenter Arbeit an Lösungen. Das gilt für Kommunalpolitik genauso wie für Arbeit in internationalen Kontexten.

Mich und meine Familie gäbe es ohne den Zweiten Weltkrieg nicht. Meine eine Großmutter wurde aus dem Memelland vertrieben, meine andere aus Oberschlesien. Der andere Teil meiner Familie kommt aus dem Elsaß und (nach Angaben meiner Urgroßmutter) aus der Schweiz. Meine Eltern haben sich in Heidelberg bei der Arbeit kennengelernt. Dort wurde ich geboren, wir sind aber aus beruflichen Gründen nach Hessen gezogen, als ich drei Jahre alt war. Ich bin dort gemeinsam mit meinen zwei Schwestern in einem Dorf mit etwa 700 Einwohner*innen aufgewachsen. Die Themen ländlicher Raum und öffentliche Daseinsvorsorge haben mich deswegen schon früh begleitet. Mein Zuhause habe ich schließlich hier in Vorpommern an der Ostsee gefunden. Hier hatte ich das erste Mal das Gefühl tatsächlich angekommen und zuhause zu sein.

Mein Abitur habe ich an der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld gemacht. Danach folgte ein Bachelorstudium der Staatswissenschaften in Passau und ein begonnenes Masterstudium der Politikwissenschaften in Greifswald. Mein Studium habe ich mir als Servicekraft in der Gastronomie finanziert. Zuletzt habe ich für den Landtagsabgeordneten Christian Pegel gearbeitet und bin nun Leiterin des Familienservice der Universität Greifswald. Die Arbeit im und mit meinem Team dort ist verantwortungsvoll, macht aber auch viel Spaß.

Während meiner Kindheit war ich immer in Sportvereinen aktiv: Leichtathletik, Schwimm- und Kampfsportverein. Während des Studiums ist Sport dann etwas hinten runtergefallen. Mittlerweile gehe ich wieder regelmäßig zum Kampfsport, gehe laufen und fahre sehr gerne mit dem Rennrad. In meiner Freizeit fotografiere ich, am liebsten die Natur, Tiere und die Ostsee.  Auch Computerspiele sind mir nicht fremd und ich habe eine aktive Pen and Paper-Gruppe. Über die Pandemie habe ich versucht, meine handwerklichen Fähigkeiten zu verbessern und bin Mitglied im MakerSpace Greifswald e.V. geworden. Ich koche und reise gerne, am schönsten sind für mich aber Sonntagnachmittage mit dem Freundeskreis im Kleingarten, während man gemütlich Doppelkopf oder Skat spielt.

„Auch das Private ist politisch“ habe ich von klein auf gelebt. Wenn ich Dinge als ungerecht empfand, habe ich sie angesprochen. Auch deswegen bin ich mit 13 Jahren aktiv geworden und habe mich rechten Strukturen in den Weg gestellt. Unsere Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, wir müssen sie Tag für Tag verteidigen.

In die SPD bin ich 2014 eingetreten und habe mich von Anfang an auf verschiedenen Ebenen der Partei und der Jusos, der Parteijugend der SPD, aktiv eingebracht und lokale Gruppen mit aufgebaut. Aktuell bin ich Juso-Kreisvorsitzende in Vorpommern-Greifswald, beratendes Mitglied im SPD-Ortsverein Greifswald und SPD-Kreisvorstand. Außerdem sitze ich für die SPD-Fraktion als sachkundige Einwohnerin im Bauausschuss der Universitäts- und Hansestadt.

Vollkommen klar war und ist mir bei der politischen Arbeit, dass man sie nicht alleine machen kann. Politik funktioniert nur in Zusammenarbeit mit Vereinen, Bündnissen und der Zivilgesellschaft. Durch meine bisherige Arbeit konnte ich hierbei viel lernen und weiß, wie Bündnisarbeit funktioniert – und was man noch verbessern kann.

gläserne abgeordnete

Abgeordnetenentschädigung 2022: 10.012,89 € / Monat (voll zu versteuern, kein 13. Monatsgehalt).

Die Bundestagsabgeordneten erhalten kein Sitzungsgeld. Wir müssen uns jedoch jeden Tag einer Sitzungswoche in einer Unterschriftenliste eintragen. Wenn wir das nicht tun, oder Abstimmungen unentschuldigt verpassen, werden uns Strafgelder von unserer Abgeordnetenentschädigung abgezogen.

Kostenpauschale 2022: 4.583,39 € / Monat (steuerfrei, für Berliner Wohnung, Miete für Wahlkreisbüros, Mobilität im Wahlkreis, Bürokosten, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Fachliteratur)

Sitzungsgeld vom Ausschuss für Bauwesen, Klimaschutz, Umwelt, Mobilität und Nachhaltigkeit der Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald.

Alle hier aufgeführten weiteren Einkünfte werde ich im Laufe der Wahlperiode für gemeinnützige Zwecke spenden.

Büro und technische Ausstattung:
– 4 Büroräume in Berlin
– 7 Laptops für das Büro in Berlin und meine Wahlkreisbüros
– Möbel und weitere Ausstattung für das Berliner Büro
– für die Bürgerbüros kann jeder Abgeordnete 6.000 € in einer Legislaturperiode ausgeben, welche von der Bürokostenpauschale abgezogen werden

Mitarbeitende: Einer Bundestagsabgeordneten stehen aktuell 23.205 € Arbeitnehmerbrutto im Monat für die Beschäftigung von Mitarbeitenden in Berlin und im Wahlkreis zur Verfügung. Außerdem können aus dieser Pauschale Dienstreisen meiner Mitarbeitenden bezahlt werden.

Das Personalbudget wird von der Bundestagsverwaltung verwaltet und nicht an den Abgeordneten ausgezahlt. Nicht verbrauchte Personalmittel verfallen am Jahresende.

Für Dienstreisen stellt der Deutsche Bundestag mir folgende Leistungen bereit:
– innerdeutsche Flüge im Rahmen der Abgeordnetentätigkeit (welche ich, so weit es geht, nicht nutze)
– Netzkarte Deutsche Bahn (1. Klasse)
– Nutzung des Bundestags-Fahrdienstes in Berlin
– Jahreskarte für den ÖPNV, Tarifbereich AB, in Berlin, im Wert von 728€ (stand Mai 2022)

Bürokostenpauschale:
12.000 € im Jahr für Büromaterial, Software, technische Ausstattung, Handy, Internet, Briefpapier, etc. werden bis zu dieser Höhe gegen Einzelnachweise vom Bundestag bezahlt. Zusätzliche Ausgaben muss ich selbst tragen. Nicht abgerufene Mittel verfallen am Jahresende.

Ich habe als Abgeordnete keine Spenden angenommen.

Hier folgen bald alle meine Lobbytermine – working on it 🙂