Umwelt

Unser Planet geht gerade vor die Hunde und wir schauen dabei zu. Es gibt Weltklimagipfel um Weltklimagipfel und das Einzige, worauf man sich verbindlich einigen kann, ist, dass sich etwas ändern muss. Vor unserer Haustür liegt die Ostsee. Die Auswirkungen des Klimawandels spüren wir deswegen schneller als viele andere. Da die Ostsee ein flaches Brackwassermeer ist, heizt sie sich noch schneller auf und speichert die Wärme länger als die großen Ozeane . Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal von den planetaren Grenzen der Erde gehört haben. Neben dem Klimawandel haben wir unter anderem noch mit einer Übersäuerung der Meere, dem Stickstoff- und Phosphorkreislauf und dem Verlust der Biologischen Vielfalt zu kämpfen. Zu viel Stickstoff und Phosphor in den Meeren führt zu dem gleichen Effekt, den wir bei Weihern im Sommer beobachten können – sie kippen. Die Auswirkungen, wenn das mit der Basis unserer Ökosysteme passiert, möchten wir uns nicht vorstellen. Teilweise befeuern sich diese Effekte auch. Ein für uns alle bekanntes Beispiel wäre die Situation des Herings: Die Heringsbestände gehen kontinuierlich zurück, obwohl die Fangquoten mittlerweile so gering sind, dass man vom Fischfang alleine kaum noch leben kann. Die Jungheringe schlüpfen durch die Erwärmung der Ostsee zu früh, ihr Futter ist noch nicht verfügbar und viele von ihnen sterben. Es ist aber noch nicht zu spät, um diesen globalen Trend aufzuhalten. Unser Leben und unsere Politik müssen ökologischer und nachhaltiger werden – aber nicht nur für die, die es sich leisten können, sondern für alle. Der European Green Deal hat vorgelegt, was wir jetzt in nationale Gesetzgebung übertragen müssen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass das auch passiert.

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Klima und Artenvielfalt

Um unser Klima zu schützen, müssen wir unsere natürlichen Verbündeten schützen. Eine diverse Natur ermöglicht auch eine Artenvielfalt – kilometerweite Monokulturen nicht. Gesunde Wälder ziehen CO2 aus der Luft und lagern den Kohlenstoff in Holz und Waldboden ein. Trockenheit, Hitze und Stürme jedoch machen den Wäldern zu schaffen und schaden ihnen nachhaltig. Wir müssen deswegen Waldrodungen eindämmen und Wiederaufforstung stärken, um unser Klima zu schützen. Mecklenburg-Vorpommern geht hier mit gutem Beispiel voran.

Auch Moore sind effektive Kohlendioxidspeicher – sie speichern mehr als jedes andere Ökosystem. Wenn man sie entwässert, geben sie dieses CO2 wieder frei. In ganz Deutschland sind das pro Jahr 44 Millionen Tonnen, das entspricht fünf Prozent unserer Gesamtemissionen. Wir müssen unsere Moore wiedervernässen, dann speichern sie auch wieder CO2 – mal abgesehen davon, dass sie auch hervorragende Naherholungsgebiete sind, wenn man einen sicheren Zugang bietet.

Kreislaufwirtschaft

Ein erster Schritt ist die Umstellung unserer Wirtschaft von einer Wegwerfgesellschaft auf eine Kreislaufwirtschaft. Wir müssen unnötiges Plastik vermeiden – umweltfreundliche und recyclebare Alternativen zu Einweg-Kunststoff gibt es schon zuhauf. Wir müssen die Hersteller*innen stärker in die Pflicht nehmen, damit Produkte so gestaltet werden, dass sie wiederverwendbar, recyclebar und auch reparierbar sind. Vor allem technische Geräte sind heutzutage häufig verklebt statt verschraubt, um uns Verbraucher*innen dazu zu zwingen, ein neues Produkt zu kaufen, sollte das alte kaputt gehen.

Landwirtschaft

Den Klimawandel bekämpfen wir nicht gegen die Landwirt*innen, sondern nur mit ihnen. Neue Technologien ermöglichen es, Dünger und Pestizide viel zielgenauer zu dosieren und auszubringen und so die Umweltbelastungen zu minimieren. Stickstoff und Phosphor, der über die Äcker in den Wasserkreislauf und damit in die Weltmeere gerät und sie übersäuert, müssen gestoppt werden. Mit einer Agrarförderung, die umweltschonende Landwirtschaft fördert statt großer Monokulturen, ist der Umwelt und den Landwirt*innen geholfen. Momentan ist der Verkauf von Lebensmitteln ein stetiger Kampf. Landwirt*innen müssen von ihrer Arbeit leben können und die Preise für ihre Produkte dürfen nicht von den großen Handelsketten gedrückt werden. Unfaire Handelspraktiken im Lebensmittelhandel, wo um jeden Cent gefeilscht werden muss, schaden Verbraucher*innen, Landwirt*innen und deren Angestellten und den verarbeitenden Betrieben. Diesen Handelspraktiken müssen wir einen Riegel vorschieben.

Emissionen

Wir müssen unsere Emissionen reduzieren, das ist allen klar. Den größten Teil unserer Treibhausgas-Emissionen entstehen durch den Energiesektor. Der Umstieg auf erneuerbare Energien muss schneller erfolgen als bisher, Hindernisse wie nicht praktikable und vollkommen überzogene pauschale Mindestabstände von Windenergieanlagen müssen zugunsten von standortspezifischen Prüfungen aufgehoben werden. Aktuell können wir uns noch nicht komplett über erneuerbare Energien wie Wind- oder Solarkraft, versorgen. Wir haben zwar an manchen Tagen einer Überproduktion in Mecklenburg-Vorpommern, aber nicht die nötige Technologie, um diese zu speichern. Bis wir diese haben, benötigen wir als Brückentechnologie Erdgas, auch wenn das nicht umweltfreundlich ist. Neben der Förderung ist vor allem der Verlust von Methan während des Transports durch die Pipelines eine Katastrophe für das Klima. Gerade deswegen benötigen wir Nord Stream II als Pipeline, die nicht nur wegen der höheren Standards der Leitungen heutzutage weniger emittiert, sondern auch weil der Druck der Ostsee ein Ausdehnen des Gases in der Pipeline verhindert. Durch die neuen Standards wäre diese Leitung auch in der Lage, zumindest ein Wasserstoff-Gas-Gemisch zu transportieren.

 

Klar ist aber auch, dass die Speichertechnologien schnell entwickelt werden müssen, damit überflüssige Energie von Tagen der Überproduktion aus erneuerbaren Energien in Form von Wasserstoff gespeichert werden kann. Das Wasserstoffkraftwerk in Rostock-Laage ist hier ein Pilotprojekt, was als Forschungsort und Vorbild dienen muss.

Mobilität

Auch der Verkehr spielt eine große Rolle, wenn wir über die Bekämpfung von Emissionen und des Klimawandels reden. Dort wo es geht, muss der Warentransport auf die Schiene umgelagert werden. Unser Schienennetz muss an vielen Stellen reaktiviert und neu gebaut und an das europäische Schienennetz besser angebunden werden. Die Zugfahrt in den Urlaub darf nicht teurer sein als der Flug. Der Öffentliche Personennahverkehr muss so ausgebaut werden, dass er eine echte Alternative zum eigenen Auto darstellt – vor allem auf dem Land. Es ist klar, dass das eigene Auto vor allem in ländlichen Raum für viele unverzichtbar ist. Dem Verbrennungsmotor im klassischen Sinne müssen wir aber eine klare Absage erteilen und auf nachhaltige Antriebe umstellen.

Haben Sie noch Fragen oder fehlt Ihnen etwas? Schreiben Sie mir gerne!