Ländlicher Raum

Meiner Meinung nach gehört die öffentliche Daseinsvorsorge – also alles, was wir zum Leben brauchen – in öffentliche Hand. Die Privatisierung dieses Sektors ist eine der größten Fehlentscheidungen der Nachkriegszeit. Unsere Gesundheitsversorgung muss wieder gemeinwohlorientiert sein. Pflegebedürftige Menschen, die durch unterbezahlte und überlastete Pfleger*innen im Akkord abgefertigt werden, sind ein Symptom eines Systems, dass nur auf Profite ausgerichtet ist. Durch den Versuch, die Menschlichkeit wegzurationalisieren, schaden wir den Pfleger*innen und den Gepflegten. Klar ist aber auch: die Kosten hierfür dürfen wir nicht auf die sowieso schon klammen Kommunen abwälzen. Hier müssen der Bund und die Länder unterstützen.

Wohnungsmarkt

Wenn Menschen hier arbeiten und leben, dann müssen sie sich auch eine Wohnung leisten können. Durch immer größere hochpreisige Segmente am Wohnungsmarkt und Ferienwohnungen werden die Ortsansässigen aus den Stadt- und Ortszentren vertrieben. Gleichzeitig finden wir im Ortskern regelrechte Bauruinen, weil Investoren denkmalgeschützte Häuser entweder verfallen lassen, um das attraktive Bauland zu nutzen, sich nicht darum kümmern können oder unklar ist, wem das Gebäude nun eigentlich gehört. In jedem Fall ist es eine Katastrophe. Um Spekulationen mit Wohnraum und Grundstücken einzudämmen können wir Eigentümer*innenstrukturen über ein zentrales Immobilienregister transparent machen.

Dieses Ungleichgewicht zwischen hochpreisigen Segmenten und Altbeständen führt dazu, dass wir kaum soziale Durchmischung haben. Für eine respektvolle und gute Gesellschaft brauchen wir aber genau diese Durchmischung. Deswegen müssen wir Wohnungsbaugenossenschaften, die bezahlbaren und sozialen Wohnraum anbieten, stärken und den Kommunen flächendeckend ein Vorkaufsrecht für Grundstücke an die Hand geben. Wenn Grundstücke veräußert werden, hat die Kommune so die Möglichkeit, diese zu fairen Preisen (zurück) zu kaufen. Damit lassen sich nachhaltige Stadt- oder Ortsentwicklung und bezahlbarer Wohnraum gestalten. Die Kommunen müssen vonseiten des Bundes hierbei finanziell unterstützt werden.

Leben auf dem Land

Im ländlichen Raum lebt man mit der Gemeinschaft. Ob es die Freiwillige Feuerwehr, die Sportgruppe oder der Kleingartenverein ist: man trifft sich, ist gesellig, kommt zusammen und tut auch etwas für die Gemeinschaft. Diese Strukturen müssen über die Generationen hinweg erhalten und gestärkt werden. Gerade die Kinder- und Jugendarbeit ist von unschätzbarem Wert. Diese Vereine, in denen Gemeinschaft gelebt wird, müssen langfristig gefördert werden und man muss ihnen Handwerkszeug gegen Demokratiefeinde an die Hand geben. Auch Ehrenamt ist Arbeit und muss anerkannt werden.

Haben Sie noch Fragen oder fehlt Ihnen etwas? Schreiben Sie mir gerne!